Bürgermeister: ein dreigeteiltes Amt

– Der Bürgermeister vertritt die Gemeinde nach außen

Eine Diskussion mit der Staatsregierung um einen Autobahnsüdring, die Ehrung von Mitbürgern, die Gratulation zum Geburtstag, der Rechtsstreit mit einem Bauträger, die Jahreshauptversammlung eines Vereins – der Bürgermeister vertritt die Gemeinde, repräsentiert die Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger. Diese unheimlich vielfältige Aufgabe nehme ich mit viel Herzblut und Engagement wahr und konnte, so hoffe ich, die Interessen unserer Gemeinde glaubhaft und durchsetzungsstark vertreten.

– Der Bürgermeister als Mitglied des Gemeinderats

Vor der ehrenamtlichen, umfangreichen und sicher manchmal belastenden Arbeit als Gemeinderat habe ich sehr großen Respekt. Mir ist ein kollegialer und offener Umgang in unseren Gremien deshalb sehr wichtig. Alle Gemeinderäte erhalten alle Unterlagen uneingeschränkt, soweit es die Gemeindeordnung zulässt. Über 90 Prozent der Entscheidungen in den Gemeinderatsgremien fallen einvernehmlich und einstimmig. Und bei strittigen Themen ist es mir wichtig, dass nach sachlicher Diskussion die Mehrheitsentscheidungen auch akzeptiert werden können und dass vor allem zwischenmenschlich keine Wunden bleiben. Welche Probleme eine Gemeinde haben kann oder wie wenig Probleme sie lösen kann, ist in manchen Nachbargemeinden ja zu beobachten, wenn sich im Streit und im Gegeneinander alle Gremienarbeit blockiert.

– Der Bürgermeister als Vorgesetzter

Als Bürgermeister verantworte ich einen Jahresetat von 40 bis 60 Millionen Euro und bin natürlich unmittelbarer Vorgesetzter von über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – ein mittelständischer Betrieb. Das ist eine fordernde, aber im direkten Kontakt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch eine tolle Aufgabe.

Die eigene Heimat gestalten ...

... das war und bleibt mein Antrieb in all den Jahren. Man kann so unheimlich viel Positives bewegen. Die Auflistung der vergangenen zwölf Jahre ist nicht vollständig, denn oft sind es die ganz kleinen Erfolge im Hintergrund, die Hilfen für bedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger und der Beistand in schweren Stunden, die wirklich bewegenden Momente.

Viele Themen und Projekte waren völlig unumstritten, einige Themen waren fordernd und natürlich gibt es auch Themen, die intensiver diskutiert werden. Was ist denn alles passiert in den letzten zwölf Jahren? Im Folgenden finden Sie einen chronologischer Abriss einiger Themen, die ich für Oberhaching zu verantworten habe, jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Gewichtung:

S-Bahn-Ausbau, 10-Minuten-Takt, barrierefreier Bahnhof

Ein großes Projekt mit wirklich großen Baustellen rund um die S-Bahnlinie zum Ostbahnhof, das aber einen deutlichen Qualitätszuwachs im öffentlichen Personennahverkehr gebracht hat. Leider fehlt immer noch die Nutzung unseres Bahnhofsgebäudes und eine öffentlich zugängliche, barrierefreie Toilette im Bahnhof.

Neubau Gemeindebibliothek

Nicht mehr wegzudenken aus unserer Gemeinde, aber noch gar nicht so alt. Eine der besten Bibliotheken im bundesweiten Vergleich, ein tolles Gebäude, vor allem aber ein außergewöhnliches, hoch motiviertes Bibliotheksteam.

Kanalisation für Deisenhofen und Oberbiberg

Großer Aufwand, heute kaum noch erkennbar, aber unverzichtbarer Bestandteil einer intakten Infrastruktur und unverzichtbar auch für den Schutz unseres Grundwassers.

Sanierung Rathaus – Einführung Bürgerbüro

Die Grundsanierung des Rathauses über zwei Jahre war ein richtiger Schritt. Wir verfügen heute über ein funktionierendes und großzügiges Verwaltungsgebäude, das 60 Prozent des ursprünglichen Energieverbrauchs einspart und die verbleibenden 40 Prozent aus regenerativen Quellen bezieht. Unser Bürgerbüro steht für eine bürgerfreundliche Verwaltung.

(Nutzen Sie auch die Möglichkeit der Bürgersprechstunde oder zur virtuellen Bürgersprechstunde!)

Biowärme auf dem Kyberg

2002 bis 2003 ein nicht ganz einfaches Projekt, vielleicht auch ein wenig seiner Zeit voraus. Warum muss die Gemeinde Nahwärmenetze betreiben und regenerativ beheizen? Ich bin heute sehr froh um dieses Projekt, weil es der Grundstein für unser gesamtes Nahwärmenetz und die Nutzung der geothermischen Energie ist.

Anbau Gymnasium – Mensa

Nein, nicht die Pavillons auf der Rathauswiese sind gemeint, sondern die Ergänzung um sechs Klassenzimmer Richtung Turnhalle und der spätere Bau der Mensa mit Differenzierungsräumen. Schule und Bildung haben in Oberhaching immer Vorfahrt.


Bürgersaal beim Forstner – Gaststätte Forstner

Der Grundstein für ein lebendiges Kulturleben. Unverzichtbar für unsere Vereine und die Gemeinde und mit über 200 Veranstaltungen im Jahr einer der am besten ausgelasteten Bürgersäle im Landkreis. So soll eine lebendige Ortsmitte ausschauen.



Kybergnachrichten und Logo

Die Bürger informieren, mitnehmen, für die Dinge im Ort begeistern, Gemeinschaft schaffen – die Kyberg Nachrichten, unsere Gemeinde-Homepage, ja auch unser Logo sind da ganz wichtige Bausteine.

Biberger Bürgerbus

Einfach nur sensationell, was all die Jahre ehrenamtlich in den Vereinen geleistet wird! Ein offenes Ohr für die Vereine, die uneingeschränkte Unterstützung, wenn es einmal eng wird – dafür steht auch exemplarisch der Biberger Bürgerbus.

Ortsbus Oberhaching

Ja, es ist geschafft! Der Ortsbus fährt jetzt unter der Flagge des MVV, kostet die Gemeinde kein Geld mehr und ist ein tolles Angebot, das eigene Auto doch stehen zu lassen.


Einheimischenmodelle

Im Unterfeld, am Puppenspielerweg, ganz egal: Neues Baurecht gibt es nur mit Einheimischenbindung. Das brauchen wir auch in Zukunft, und zwar dringend, damit unsere soziale Struktur erhalten bleibt und junge Familien, aber auch Senioren sich Wohnraum in Oberhaching leisten können.

Musikverein und Musikschule

Das ist die Grundlage für die musikalische Ausbildung unerer Kinder und auch die Heimat für so schöne Projekte wie Blasmusik, Schulprojekte, Kammerchor und Kammerorchester. Auch das macht Oberhaching einzigartig.

"Holledauer Fidel"

Ohne Bürgersaal, ohne Ortsvereine und ohne Ehrenamt kein "Holledauer Fidel". Ohne Holledauer Fidel kein Kammerorchester, keinen Kammerchor, keine "Zauberflöte" und kein Miteinander im Kulturleben. Für mich war die Aufführung dieser "bayerischen Nationaloperette" der Grundstein. Da bin ich richtig stolz drauf!

Straßenbau

Kybergstraße, Bergstraße, Gleißentalstraße, Josefstraße, Tölzer Straße – einige Beispiele für den Ausbau, manchmal für den Rückbau von Straßen, bei denen immer die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer oberste Priorität hatte.

Sanierung Wagnerhaus

Mit dem Wagnerhaus haben wir ein wirkliches Schmuckkästchen in unserer Deisenhofener Ortsmitte erwerben und sanieren können. Ehrenamtlich von einem Verein getragen, ist das Wagnerhaus für mich ein wichtiger Zeitzeuge in unserer schnelllebigen Zeit.


Neubau Bayerisches Rotes Kreuz

Bauherr war zwar der BRK-Kreisverband München, aber wir konnten das Grundstück zur Verfügung stellen und damit war der Weg frei für die Verlegung unserer BRK-Bereitschaft in die Ortsmitte. Dadurch wurde unser Einheimischenmodell am Puppenspielerweg erst möglich.

Wochenmarkt

Am Freitagnachmittag war der Kirchplatz eigentlich schon "tot". Zunächst durch den Wochenmarkt, dann auch durch das Bio G'wölb und den Gasthof Forstner ist jetzt Freitagnachmittag Betrieb am Kirchplatz. Mit regionalen Produkten, ganz gemütlich, nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung des Einzelhandels – lebendige Ortsmitte eben.

Further Bad

Die Gelegenheit beim Schopf gepackt, das Schwimmbad erworben und eigentlich neu aufgebaut. Das war wirklich knapp. Am meisten freut mich aber, dass das Bad von einem Verein betrieben wird, weil das ehrenamtliche Engagement unser Further Bad zum wirklichen Bürgerbad macht.

Wasserschutzgebiet und Wasserversorgung

Mit Zähnen und Klauen würde ich unsere Wasserversorgung vor allen Privatisierungsideen verteidigen. Dazu gehört aber auch, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Für die nächsten 30 Jahre ist unsere Wasserversorgung gesichert und nach einem großen Nachholbedarf und großen Investitionen ist auch die Oberbiberger Wasserversorgung jetzt auf einem sehr guten Weg.

Geothermie und Glasfaser

Unsere beiden größten Projekte. Da braucht es tolle Mitarbeiter, viel Mut und Weitsicht, Geschlossenheit im Gemeinderat und zur rechten Zeit auch viel Geduld und Kraft. Aber nach sieben Jahren haben wir es geschafft: In Oberhaching heizt die Erde und unsere Finanzen haben es auch einigermaßen überstanden. Der Breitbandausbau ist in vollem Gang; in den Oberbiberger Ortsteilen ist er sogar schon abgeschlossen.

Bürgerinitiativen

Find ich große Klasse. Mit konstruktivem und engagiertem Miteinander von Bürgern und Gemeinde konnten wir schon viele Probleme lösen. Am weitreichendsten war für mich der Lärmschutz an den S-Bahnlinien zusammen mit der Interkommunalen Lärmschutzinitiative. Ob Spielplätze oder Straßengestaltung – konstruktive Bürgerinitiativen haben immer Sinn.

Mobilfunk

In einer fruchtbaren Gemeinschaftsaktion haben wir erreicht, dass in Oberbiberg ein neuer Funkmast außerhalb des Ortsgebietes gebaut wurde und im gesamten Gemeindebereich heute die "Schweizer Vorsorgewerte" eingehalten werden, die deutlich unter den möglichen Grenzwerten liegen.

Kindergärten und Krippengruppen

Ein neuer Kindergarten am Bajuwarenring, Krippengruppen am Äußeren Stockweg, Ausbau des Montessori-Kinderhauses, Neubau Hort- und Mittagsbetreuung – wir stellen uns unserer Verantwortung für die Kinderbetreuung.

Sanierung Wohnanlagen

In den vergangenen zwölf Jahren haben wir alle unsere Wohnanlagen saniert. Für über 300 Wohnungen bedeutete das einen enormen Aufwand, aber es war auch tatsächlich notwendig, weil wir dadurch Heizkosten und Energie sparen und den Werterhalt unserer Wohnungen gesichert haben.

Mittel- und Wirtschaftsschule

Freut mich ganz besonders. Nach harten und kontroversen Verhandlungen mit den Behörden konnten wir die staatliche Wirtschaftsschule nach Oberhaching holen. Damit können wir jetzt unseren Kindern in Oberhaching alle Schulabschlüsse anbieten.

Meridian und BOB

Auch wenn noch nicht alles reibungslos läuft, ist Deisenhofen jetzt ein Regionalbahnhof. Die Verbindungen ins Oberland müssen wir jetzt noch intensivieren.

Sanierung Aussegnungshalle

Die Aussegnungshalle ist saniert und erweitert. Heute haben wir ein Gebäude, das einen würdigen Rahmen für die Verabschiedung unserer Familienmitglieder und Freunde bietet und das in diesen schweren Momenten sogar Trost spenden und Kraft geben kann.

Finanzen solide

Alle diese Maßnahmen haben auch Geld gekostet. Geld, das wir solide erwirtschaftet haben, und zwar miteinander. Geld, das aber auch der Gemeinderat sparsam verwaltet und zielgerichtet investiert hat. Darauf bin ich auch sehr stolz.